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<27.12.09>
Growing young
Es ist vier Uhr morgens und
es regnet. Heute werde ich 40, fühle mich alt, höre
meine Platten und erinnere mich, dass vor zehn Jahren
alles anders war. 1999 trat Steffi Graf vom aktiven
Sport zurück, Günter Grass gewann den Nobelpreis für
Literatur, Joe DiMaggio, Willy Millowitsch und "Pille"
DeForest Kelley starben. Die Ereignisse vom 11.
September lagen noch in ferner Zukunft, "Wer wird
Millionär?" lief zum ersten Mal über deutsche
TV-Schirme, und das Weltraumteleskop "Hubble" sendete
endlich scharfe Bilder ferner Galaxien.
Ja, die gute alte Zeit. Schildheuer.de gab es damals
übrigens auch schon, wenn auch in völlig anderer Form.
Ich hatte meine Homepage zunächst ganz Bruce Springsteen
gewidmet, von der "Reunion"-Tour mit der E Street Band
berichtete ich 1999-2000 nahezu täglich. Gelesen haben
es meine Familie und vielleicht drei Dutzend Freunde,
Bekannte und Fanclub-Mitglieder. Später kamen nach und
nach Rubriken zu anderen Interessengebieten hinzu, die -
bis auf die Reiseberichte - inzwischen allerdings wieder
verschwunden sind, weil ich keine Abmahnung wegen nicht
legal verwendeter Bildchen riskieren wollte. Meine
Begeisterung für viele dieser Themen hat sich nichts
desto weniger gehalten, wobei ich neben Bruce an erster
Stelle den FC Bayern München und die Atlanta Braves
nennen möchte. Manche Rubriken lese ich heute hingehen
eher mit einem Stirnrunzeln - was hat mich nur an
"Buffy, the Vampire Slayer" interessiert?
Oh, Moment...
1999 wurde ich 30, und ich kann nicht sagen, dass ich
mich sonderlich anders fühlte als heute mit 40. Schon
damals musste ich mir eingestehen, dass ich erwachsen
geworden war, mit einem seriösen Beruf, Haus, Auto,
fester Freundin und was man sich sonst noch so unter
einer soliden Lebensführung vorstellt. Zum Glück ist mir
all dies erhalten geblieben, und ich hätte nichts
dagegen, wenn sich an diesem Zustand so bald nichts
ändern würde.
Eines vermisse ich allerdings aus meinen Tagen als Teen
und Twen: die ZEIT! Heute besteht ein "normaler" Tag aus Aufstehen,
Arbeiten, Abendessen, drei bis vier Stunden Freizeit und
Schlafengehen. Nicht, dass ich mich beklagen würde -
kein bisschen, ich habe einen Beruf, den ich an vielen
Tagen gerne ausübe, bin privat überaus glücklich, und es
gibt ja auch Wochenenden und Urlaubstage im Jahr. Aber
die Zeit rennt! Und je älter ich werde, desto schneller
rennt sie. Mein Gott, wie lang waren als Teenager sechs
Wochen Sommerferien! Eine Ewigkeit. Man hatte zu
Ferienbeginn das Gefühl, die Schule würde nie wieder
anfangen. Überhaupt, die Schulzeit - wer hätte gedacht,
dass sie jemals enden würde? Mit fünfzehn glaubte ich,
ich würde wohl für immer am
ConvoS bleiben. Ein Irrtum,
und wenn ich daran denke, dass mein Abitur in diesem
Jahr schon
20 Jahre zurückliegt, wird mir ganz
schwindelig. Wo sind all die Jahre geblieben?
Jetzt ist es fünf Uhr - ich schreibe Berichte wie diesen
so schnell ich kann aus Sorge zu kneifen - und ich höre
"Thunder Road". Ich komme mir immer noch alt vor, aber
das Lied und die Hoffnung, dass die besten Jahre noch
vor mir liegen mögen sorgen dafür, dass ich mich
zumindest etwas jünger fühle.
Und weil ich um diese Zeit und in dieser Stimmung
einfach nicht in der Lage bin, etwas Eigenes oder gar
Originelles zu schreiben, stehle ich auch den letzten
Satz von jenem jungen Journalisten, dessen
Kolumne aus
dem "Real Paper" vom 22. Mai 1974 ich hier so schändlich
kopiert habe: "I still feel the spirit and it still
moves me".
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<21.12.09>
Grumpf!
Na super! Soeben erfahre
ich, dass Haloscan kürzlich von ECHO übernommen worden
ist. Die Folge: Aus und vorbei ist es mit der
Gratis-Kommentarfunktion im allgemeinen und für meine
Homepage im besonderen.
Zwar kann man seinen Haloscan-Account kostenpflichtig zu
einem ECHO-Account "upgraden"; auch wird einem
suggeriert, alles sei ganz einfach, man zahle seinen
Obulus und alles liefe wie bisher. Doch einige
Nachforschungen im Web haben ergeben, dass man sämtliche
Seiten, auf denen Kommentare von Haloscan zu finden
sind, von Hand eingeben muss, damit der Spider von ECHO
sie finden und konvertieren kann. Das sind in meinem
Fall einige hundert, denn ich habe seit 2005 ja jeden
einzelnen Beitrag mit einer Kommentar-Option versehen.
Und selbst wenn ich Lust hätte, diese Sisyphosarbeit
anzugehen, würde das Resultat mit Sicherheit nicht
ebenso rank und schlank sein wie jetzt bei Haloscan.
Denn wenn ich mir die ganzen Features und Funktionen
ansehe, die ECHO jetzt einführt, so stelle ich fest,
dass die kein Mensch auf der Welt braucht:
- Wer will seine Kommentare mit Videobotschaften
versehen?
- Wer will seine Kommentare mit Twitter verlinken?
- Wer will seinem Kommentar einen Avatar beifügen?
Und so weiter und so weiter. Mein spezielles Anliegen,
die Kommentar-Option so schnell und vor allem so simpel
wie möglich zu gestalten, wird bei ECHO nicht möglich
sein. Und für diesen ganzen Mist soll ich auch noch
zahlen. Nein, Danke!
Was bleibt, ist die Suche nach einem neuen Anbieter.
Gratis-Alternativen wirft Google reichlich aus, nur
basieren die leider alle auf PHP, und obwohl diese
Skriptsprache heute absoluter Standard ist, unterstützt
sie ausgerechnet mein Provider 1&1 nicht.
Eigentlich ein Skandal, denn das ist so, als würde BMW
seine Autos ohne Gaspedal ausliefern - bergab fahren sie
ja trotzdem!
Ich stehe also gegenwärtig ohne Lösung für die
Kommentare da. Dabei wäre es schon schön, wenn ich
dieses interaktive Feature erhalten könnte. Natürlich
besteht immer die Option, meine Homepage zu einem
professionellen Anbieter wie Blogger, WordPress oder einem anderen
"Großen"
umzuziehen, bei denen eine Kommentarfunktion ohnehin implementiert
ist. Dadurch ginge Vieles sicher auch einfacher und
schneller. Aber es würde mich von deren Templates
abhängig machen und mich der Freiheit berauben, meine
Homepage so zu gestalten, wie ich das will. Im Übrigen
sehen für mich all diese Blogs wie "von der Stange" aus,
das heißt irgendwie gleich. Anpassungsmöglichkeiten hin
oder her. Auch ein getunter Golf bleibt doch immer noch ein Golf.
Deshalb wäre ich für einen Tipp besonders dankbar, wo es
einen Gratisanbieter für Kommentarfunktionen gibt. Am
besten per
E-Mail. Instacomment, Spipra, Pnyxe und Disqus habe ich schon
gewogen und für zu leicht befunden. Meinetwegen darf er
auch was kosten, nur sollte er zumindest die Option
beinhalten, Kommentare einfach zu gestalten, keine
nervigen Popups schalten und nicht auf PHP-Basis
funktionieren.
Jedenfalls werden nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge
ab dem 2. Januar 2010 alle Kommentar-Links unter den
Beiträgen von 2005 bis 2009 - auch der zu diesem Beitrag
- nicht mehr funktionieren. Alle bisherigen Kommentare
werden dann verfallen. Ich habe sie natürlich schon auf
meiner Festplatte archiviert, und vielleicht fällt mir
doch noch eine Lösung ein, sie auch Online zu erhalten.
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<12.12.09>
Gute
Stimmung bei Richard Rogler
Am 11. Dezember 2009 war
Kabarettist Richard Rogler im "Ballenlager" in Greven
mit seinem Programm "Stimmung" zu Gast. Auf den letzten
Drücker hatten wir noch zwei Karten erstanden, und so
wurden wir Zeugen dieser überaus gelungenen
Veranstaltung.
Das "Ballenlager" in Greven
ist - der Name lässt es erahnen - eine alte, für Events
mit bis zu 600 Zuschauern umgebaute Lagerhalle. Weil sie
nur ebenerdig bestuhlt ist und es keine Platzkarten gab,
trafen wir bereits eine Dreiviertelstunde vor Beginn der
Veranstaltung dort ein. Schließlich möchte man unter
diesen Umständen nicht in der letzten Reihe hinter Marge
Simpson sitzen. Wir waren schon einige Male bei
Richard Rogler, und bisher waren alle Veranstaltungen
mehr oder weniger ausverkauft. Doch an diesem Abend
fanden sich gerade einmal 200 Zuschauer ein. Vielleicht
lag es einfach daran, dass Greven ein kleines Kaff in
der Provinz ist. In Köln hätte Rogler sicherlich mehr
Zuschauer gezogen.
Dennoch hatten wir auch in Greven einen deutlich größeren Andrang
erwartet.
Rogler übrigens auch, denn gleich zu Beginn seines
zweistündigen Programms beschwerte er sich scherzhaft
darüber, dass er mit politischem Kabarett wohl auf das
falsche Pferd gesetzt habe, denn für Politik
interessiere sich heutzutage ja niemand mehr. Deshalb
wolle er sich an diesem Abend auch ganz aus der Politik
heraushalten.
Diesen Vorsatz hielt er genau zwei Minuten durch. Dann
bekamen unsere Damen und Herren Politiker ihr verdientes
Fett weg, vor allem die Kanzlerin, die weder richtig
Klatschen noch richtig Winken kann und neidisch auf
Carla Bruni ist ("Was hat die, was ich nicht habe?").
Fein beobachtet auch die Erziehungsmängel bei Pofalla,
der Jugendwahn bei Münte und die Ernährungsprobleme bei
Gabriel ("Wenn der so weiter macht, kann er demnächst
mit sich selbst das Ozonloch stopfen").
Apropos Gabriel: Zur Höchstform läuft Rogler
traditionell immer auf, wenn es um die SPD geht, den
"Verein für Menschen, die auf natürlichem Weg keine
Freunde finden". Nach dem Motto "Sex sells" habe man ja
jetzt "Miss Germany" zur Generalsekretärin gemacht
(gemeint war selbstverständlich Männer(alb-)traum Andrea
Nahles). Obwohl, so richtig große Politiker habe die SPD
ja nicht mehr. Früher, da gab es noch Namen - Brandt,
Schmidt, Scharping! Scharping??? Ja, klar. Immerhin sei
er der letzte SPD-Politiker, der noch im Amt eine große
Auszeichnung erfahren habe. Willy Brandt habe den
Friedensnobelpreis bekommen, Helmut Schmidt sei zum
"Staatsmann Europas" gewählt worden, und Scharping habe
gemeinsam mit Gräfin Pilati auf Mallorca das
Seepferdchen bestanden! Großer Lacher, auch wenn ich mir
nicht sicher bin, ob alle Anwesenden diese nicht näher
erläuterte
Anspielung verstanden haben.
Rogler spielte sein Programm
sehr professionell und routiniert herunter, Spontaneität
habe ich ein wenig vermisst. Nur einmal musste auch
Rogler über sich selbst grinsen, als er den "Hessener"
Roland Koch zum "Essener" gemacht hatte. Gekonnt
verbesserte er sich mit den Worten, diese "Ehre"
verdiene Koch eigentlich gar nicht.
Die äußeren Umstände waren für Rogler vielleicht auch
nicht besonders einfach, ich hatte den Eindruck, dass er
nicht bei bester Gesundheit war. Seine Hände zitterten
etwas, und sein rechtes Auge bereitete ihm im hellen
Scheinwerferlicht sichtbar Probleme. Dennoch, sein
Programm war wirklich hervorragend, viel niveauvoller (und lustiger!) als diese ganze
"Comedy"-Scheiße, die man im
Verblödungs-TV (RTL, Sat.1, Pro7) heute ausschließlich
serviert bekommt. Ja, ich gebe es unumwunden zu: Ich
zahle mittlerweile gerne meine Rundfunkgebühren, denn
die öffentlich-rechtlichen Sender - und nur diese -
halten wenigstens ein gewisses Programmniveau
aufrecht, in dem auch Sendungen wie die
"MItternachtsspitzen" oder der "Scheibenwischer" Platz
haben, über die Rogler bekannt geworden ist.
In seinem Programm "Stimmung" verzichtet Rogler
übrigens gänzlich auf seine bekannte Bühnenfigur
"Camphausen", nicht aber auf den scheinbaren Widerspruch
zwischen äußerer Frustration und innerer Erregung, die
seine Camphausen-Auftritte stets durchzogen. In den
letzten 20 Jahren habe sich nichts verändert in Politik
und Gesellschaft, meinte Rogler in einem der wenigen
nachdenklichen Momente, auch durch das Kabarett nicht.
Im nächsten Moment schon feuerte er aber wieder eine
Salve gegen die Bonzen aus dem Umweltausschuss des
Bundestages ab, die für 9.000 Euro pro Nase nach Afrika
geflogen seien, um sich über das Serengeti-Projekt zu
unterrichten, nur um verdutzt festzustellen, dass sich
dieses auf Deutschland nicht übertragen lasse, weil es
hier an 30.000 Quadratkilometern freier
Savannenlandschaft fehle. Rogler ist eben ganz
Camphausen, Camphausen ganz Rogler.
Seine Art von Humor traf offensichtlich nicht nur - wie
gewohnt - meinen Geschmack, sondern auch den der übrigen
Gäste, denn Rogler wurde am Ende mit mehr als nur
freundlichem Applaus verabschiedet. "Zugaben" gab es bei
ihm übrigens nicht, man sei hier nicht bei irgendeiner
Payback-Aktion, meinte er. Die gingen ihm sowieso auf
die Nerven, in seinem Kombi habe er zum Beispiel über
Wochen nichts mehr transportieren können, weil auf
seiner Ladefläche zehn Basketbälle herumgelegen hätten,
die ihm sein Aral-Tankwart für jeweils 50 Liter Sprit
aufgenötigt habe. Gestern erst sei er wieder tanken
gewesen und habe die Bälle in einem Anfall von Wut
zurück in die Tanke geworfen, woraufhin sich der
Tankwart nur höflich bedankt und gemeint habe, für
jeweils fünf Bälle gebe es einen Winkelschleifer. Er
könne nach der Show also noch zwei Heimwerker unter den
Zuschauern glücklich machen, wenn sie ihn nur kurz zu
seinem Wagen begleiten wollten...
Wer die Gelegenheit hat, Richard Rogler live zu sehen,
sollte unbedingt hingehen. Für 20 Euro bekommt man zwei
Stunden allerbeste Unterhaltung geboten. Stimmung auf
hohem Niveau zum günstigen Preis - mündiger Bürger, was
willst Du mehr?
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<05.12.09>
Losglück?
Heute war WM-Auslosung.
Deutschland spielt also in Gruppe D, zusammen mit
Serbien, Ghana und Australien. Damit kann man gut leben,
war nachher unisono zu hören. Also haben wir wieder
unser traditionelles Losglück gehabt?
Nun, in der aktuellen
FIFA-Weltrangliste (Stand: 20.11.2009) belegen
unsere Gegner die Plätze 20 (Serbien), 21 (Australien)
und 37 (Ghana). Zusammen mit uns (Platz 6) komme ich in
der Addition auf 84, geteilt durch vier Mannschaften
also auf einen Gruppendurchschnitt von 21. Zum
Vergleich:
Gruppe A:
Gruppe B:
Gruppe C: Gruppe D:
Mexiko 15
Argentinien 08 Algerien 28
Deutschland 06
Frankreich 07 Südkorea
52 England 09 Ghana
37
Uruguay 19 Griechenland 12
Slowenien 33 Australien 21
Südafrika 86 Nigeria
22 USA 14
Serbien 20
-------------- --------------- ------------
--------------
127:4 = 31,75 94:4
= 22,50 84:4 = 21,00 84:4
= 21,00
Gruppe E: Gruppe F:
Gruppe G:
Gruppe H:
Dänemark 26 Italien 04
Brasilien 02 Spanien
01
Japan 43 Paraguay
30 Elfenbeinküste 16 Schweiz
18
Kamerun 11 Slowakei 34
Nordkorea 84 Chile
17
Holland 03 Neuseeland 77
Portugal 05
Honduras 38
------------ ------------- ----------------
-------------
83:4 = 20,75 135:4 = 33,75
104:4 = 26,75 74:4
= 18,50
Gruppe H mit Spanien hat also den niedrigsten
Durchschnitt, dann kommt Gruppe E mit unseren
holländischen Freunden, aber dann schon - nur um 0,25
Ranglistenpunkte geschlagen - "unsere" Gruppe D,
gleichauf mit der "englischen" Gruppe C. Übrigens heißt
es wie immer: Freilos Italien! Und ich war auch sehr
überrascht zu sehen, dass Gastgeber Südafrika in der
FIFA-Rangliste so weit hinten steht. Ich meine, ich
wusste ja, dass sie keine besonders gute Mannschaft
haben, aber gleich die Schlechteste von allen, zwei
Plätze hinter Nordkorea und neun hinter Neuseeland? Gut,
sie hatten keine Quali-Spiele, und Freundschaftsspiele
zählen in der Rangliste ungleich weniger, aber dennoch,
das wird nicht einfach gegen Frankreich, Uruguay und
Mexiko.
Diese Zahlen sind natürlich sehr irreführend. Erstens
hat die FIFA-Weltrangliste nur einen begrenzten
Aussagewert. Zweitens und vor allem kann man in fast
jeder Gruppe eine Mannschaft komplett vergesen, weil sie
nicht ernsthaft für einen der ersten beiden Plätze in
Betracht kommt. Wenn ich die Mannschaft mit dem jeweils
schlechtesten Ranking einmal streiche, ergibt sich
folgendes Bild:
Gruppenstärke mit 4
Teams Gruppenstärke mit 3 Teams
1. Gruppe H (18,50)
1. Gruppe G (07,66)
2. Gruppe E (20,75)
2. Gruppe H (12,00)
3. Gruppe D (21,00)
3. Gruppe E (13,33)
Gruppe C (21,00) 4.
Gruppe A (13,66)
5. Gruppe B (22,50)
5. Gruppe b (14,00)
6. Gruppe G (26,75)
6. Gruppe D (15,66)
7. Gruppe A (31,75)
7. Gruppe C (17,00)
8. Gruppe F (33,75)
8. Gruppe F (22,66)
Fazit: Über unsere Gruppe
können wir uns wirklich nicht beschweren. Allerdings
sind bis auf die echte "Killergruppe" G (Brasilien) und
die "Kindergruppe" F (Italien) alle Gruppen sehr
ausgeglichen. Hätten Frankreich und Slowenien die Plätze
getauscht, wäre es perfekt gewesen. Alles in allem wurde
aber auch so brillant gelost!
Am spannendsten wird es m.E. in den Gruppen A und G
zugehen. In Gruppe A (Frankreich, Uruguay, Mexiko und
Gatsgeber Südafrika) kommen alle Mannschaften für ein
Weiterkommen in Frage, in Gruppe G befinden sich mit
Brasilien, Portugal und der Elfenbeinküste drei sehr
ambitionierte Mannschaften, von denen eine schon in der
Vorrunde nach Hause fahren muss.
Soviel zu den Gruppen. Eigentlich war das schon viel zu
viel, denn um ganz ehrlich zu sein: Die Gruppen
interessieren mich wenig bis gar nicht. Das
Entscheidende trug sich bereits in den ersten zwei
Minuten der Auslosung zu: Welcher Kopf kommt in welche
Gruppe? Denn dadurch entscheidet sich, welche
Mannschaften im Achtel- und Viertelfinale gegeneinander
antreten müssen. Und DAS ist doch wirklich wichtig, denn
wer zweifelt daran, dass wir die Vorrunde überstehen
werden (zur Erinnerung: Deutschland ist noch NIE bei
einer WM in der Vorrunde gescheitert)?
Und da sieht es nicht schlecht aus, meine ich. Wir
treten gegen die Köpfe der Gruppen A-C an, also gegen
Südafrika, England und Argentinien. Okay, statt
Südafrika setze ich einmal Frankreich ein, den nach
FIFA-Ranking wahren Kopf der Gruppe A. Dann ergibt das
eine Liste von ganz ordentlichen Gegnern, aber
Frankreich, England und Argentinen lesen sich für meine
Augen immer noch wesentlich besser als Holland,
Brasilien, Italien und Spanien, die Köpfe der Gruppen
E-H, auf die wir nun frühestens im Halbfinale treffen
können.
Bei den potenziellen Gruppenzweiten sieht es etwas
neutraler aus: Mexiko, USA und Nigeria könnten unsere
Gegner sein, in den Gruppen E-H stehen z.B. Dänemark,
Paraguay, Portugal und die Schweiz zur Wahl. Würden wir
Gruppenerster, träfen wir im Achtelfinale auf den
Zweiten der Gruppe C, also vielleicht die USA. Würden
wir nur Zweiter, drohte - genau wie 2006 - ein frühes
Duell mit England. Ich glaube aber nicht, dass es so
kommen wird, denn England sollte Gruppe C ebenso
gewinnen wie wir Gruppe D. Meine Tipps lauten:
Vorrundensieger:
Gruppe A: Frankreich, Mexiko
Gruppe B: Argentinien, Nigeria
Gruppe C: England, USA
Gruppe D: Deutschland, Serbien
Gruppe E: Holland, Dänemark
Gruppe F: Italien, Paraguay
Gruppe G: Brasilien, Portugal
Gruppe H: Spanien, Schweiz
Daraus errechnen sich
folgende Playoffs:
Achtelfinale:
Frankreich - Nigeria
(Sieger: Frankreich)
Argentinien - Mexiko
(Sieger: Argentinien)
Deutschland - USA
(Sieger: Deutschland)
England - Serbien
(Sieger: England)
Holland - Paraguay
(Sieger: Holland)
Italien - Dänemark
(Sieger: Italien)
Brasilien - Schweiz
(Sieger: Brasilien)
Spanien - Portugal
(Sieger: Spanien)
Viertelfinale:
Frankreich - England
(Sieger: England)
Argentinien - Deutschland (Sieger: Deutschland)
Italien - Spanien
(Sieger: Spanien)
Holland - Brasilien
(Sieger: Holland)
Halbfinale:
Spanien - Deutschland (Sieger:
Spanien)
Holland - England
(Sieger: Holland)
Finale:
Spanien - Holland
(Sieger: Spanien)
Wie man sieht, traue ich den Afrikanern überhaupt nichts
zu. Natürlich kann ich mich auch irren. Die
Elfenbeinküste hat die Chance, sich in Gruppe G gegen
Brasilien oder Portugal durchzusetzen, aber wer würde
darauf wetten? Ebenso könnte Gastgeber Südafrika über
sich hinauswachsen, aber ich glaube eher, dass der
Heimvorteil in einen Nachteil umschwenken wird, wenn sie
gleich das Auftaktspiel gegen Mexiko verlieren.
Vielleicht kommt Algerien weiter, kann sein, aber die
besten Chancen hat m.E. fast Ghana in der deutschen
Gruppe. Selbst wenn eine afrikanische Mannschaft weiter
kommt, ist im Achtelfinale Schluss.
Argentinien und Brasilien fliegen bei mir im
Viertelfinale 'raus. Argentinien hat sich nur mit Mühe
qualifiziert, und ihr "Trainer" Maradona hat natürlich
überhaupt keine Ahnung vom Trainergeschäft. Ich glaube
daher nicht, dass sie eine besonders gute Rolle spielen
werden. Und bei Brasilien sehe ich bis auf Kaka
plötzlich keine Superstars mehr. Gut, sie werden nicht
noch einmal den Fehler von 2006 machen und auf müde
Altstars setzen, aber WEN haben die eigentlich noch?
Nein, ich sehe die Europäer ganz klar vorne. Spanien
scheint zur Zeit unschlagbar, wobei ich allerdings ganz
mutig sage: Wenn sie einer schlägt, dann wir! Wir
spielen für sie unangenehm, hart am Mann, kompakt, nie
aufgebend. Das mögen sie nicht. Da sie jedoch die
eindeutig bessere Mannschaft haben, sehe ich sie
gleichwohl
als Weltmeister, aber ganz ohne Hoffnung wäre ich im
direkten Duell gegen sie nicht. Ehrlich gesagt würde ich
trotz 2008 lieber gegen sie spielen als gegen Italien.
Auch Holland muss nicht unbedingt sein, obwohl wir bei
einer WM noch nie gegen sie verloren haben, glaube ich
(ich erinnere mich spontan an zwei Siege und ein Remis).
Warten wir's ab. Ebenso wie Jogi Löw bin ich jedenfalls
schon voll im WM-Fieber!
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<01.12.09>
Wie man ein Geschenk richtig verpackt
Mein
alljährlicher "kleiner Weihnachtshelfer" hat
sich für viele
Leserinnen und Leser bereits zu einem unentbehrlichen Ratgeber
entwickelt.
Schneeschaufeln,
Lichterketten anbringen,
juristisch korrektes
Wichteln und weihnachtliches
Gestalten einer
Homepage wollen eben gelernt sein. 2009
nun wende ich mich einem leidigen Thema zu, das vor
allem uns Männer alle Jahre wieder beschäftigt: Wie verpacke
ich mein Geschenk richtig?
Nun, bevor ich mich der Lösung dieses Problems zuwende,
möchte ich - ganz Jurist - das Wort "richtig" zunächst
einmal definieren. Unter einer "richtigen" Verpackung
verstehe ich eine solche, die unter vertretbarem Zeit-
und Kostenaufwand zustande kommt und dabei gleichzeitig
das Geschenk so herausputzt, dass die Freude des
Beschenkten über das Geschenk mit der Verpackung größer
ist als ohne sie.
Hierzu eines vorweg: Natürlich kann man sich dicke
Bücher zum Thema Einpacken kaufen. Nur werden darin
leider ausschließlich Beispiele für Verpackungen
präsentiert, die jeden Zeit- und Kostenaufwand sprengen:
Oma Berta faltet die Geldscheine für Enkel Kevin in
vierstündiger Kleinarbeit zu Laubfröschen, Opa Heinrich wuchtet
für Omas neue Bluse eine Schaufensterpuppe ins
Wohnzimmer, und Vatter schüttet zur Präsentation der
gemeinsamen Nordseereise mit Mutti einen Deich im Garten auf.
Nein, jedenfalls für Männer ist das nichts, schon gar
nicht für berufstätige. Deshalb lege ich meinen
folgenden Tipps die Prämisse zugrunde, dass zu
Verpackungszwecken das gute, alte Geschenkpapier zur
Anwendung kommen soll. Um selbiges mit möglichst ökono-mischem
Zeitaufwand verwenden und gleichzeitig ein möglichst
attraktives Erschei-nungsbild erzielen zu können, habe
ich ein Schema entwickelt, das ich seit Jahren mit
großem Erfolg anwende, wobei es sich selbstverständlich
nicht nur an Weihnachten, sondern überhaupt immer
eignet, wenn Geschenke einzupacken sind:
Ebene 1 ist selbsterklärend:
Am Anfang steht natürlich der Kauf des Geschenks.
Ebene 2: Am einfachsten ist es, wenn das Geschenk
bereits im Geschäft verpackt ist bzw. verpackt wird.
Manche Geschenke beinhalten ihre eigene Verpackung, z.B.
der immer wieder gern gesehene Frühstückskorb. Bei
anderen gehört eine kostenlose Verpackung im Geschäft
zum Standard, z.B. bei Büchern oder Parfüm. Hat man das
Glück, sich für ein solches Geschenk entschieden zu
haben, muss man sich keine weiteren Sorgen machen.
Ebene 3: Bedarf das Geschenk einer eigenen Verpackung,
ist es Glück im Unglück, ein viereckiges Geschenk (oder
jedenfalls ein Geschenk in einem viereckigen Karton, wie
z.B. ein Elektrogerät) gewählt zu haben. Denn im Grunde
gibt es für Verpackungskünstler nur zwei Sorten von
Geschenken: Viereckige und Sonstige. Bei viereckigen
Geschenken ist alles kein Problem, man kann sie ohne
große Mühe mit Geschenkpapier umwickeln, und es sieht
immer gut aus. Bei allen anderen Geschenken sieht eine
Umwicklung mit Geschenkpapier hingegen immer scheiße
aus. Bei Geschenken ganz ohne Kanten (z.B. einem
Fußball) sogar richtig scheiße, egal was man
macht und wieviel Mühe man sich gibt.
Ebene 4: Für diese Problemfälle gibt es daher meinen
wichtigsten Tipp überhaupt: Mach' es viereckig!
Eine passende Schachtel ist schnell gefunden, und
schwupps ist alles geritzt. Für kleinere Geschenke gibt
es sogar passende Geschenkboxen, die selbst das
Umwickeln mit Geschenkpapier entbehrlich machen. Eine
wirklich sehr segensreiche Erfindung.
Ebene 5: Echte Härtefälle sind unförmige Geschenke, die
sich auch nicht viereckig machen lassen. Dies ist
besonders bei großen Geschenken der Fall, Fahrrad
aufwärts würde ich sagen. Und auch Lebewesen sind
problematisch, eine Katze beispielsweise wird sich kaum
in eine Schachtel pressen lassen (jedenfalls nicht
lebend). Da hilft nur eines: Mach' ein Surrogat
viereckig! Das Auto passt nicht in einen Karton, aber
der Autoschlüssel in jedem Fall. Den Wellensittich kann
man nicht einpacken, wohl aber das Vogelfutter. Damit
sollte wieder alles in Butter sein.
Allerdings gibt es einen ganz geringen Prozentsatz von
Geschenken, die weder im Geschäft verpackt werden, noch
viereckig sind, noch sich viereckig machen lassen, noch
surrogierbar sind. Steht man mit dem Geschenkpapier in
der Hand vor einem solchen, versagt selbst das obige
Schema. Dann hilft nur noch Umtauschen. Auf dem Weg
zurück zum Geschäft sollte man sich allerdings eine
letzte Frage stellen: Musste es wirklich unbedingt
der rosa Elefant sein?
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